Hacke, Spitze, einszweidrei!
Die Stimmung im Jahnsportforum ist fantastisch.
Die Stimmung im Jahnsportforum ist fantastisch.
Sophia Brandt

Im Spiel der Gastgeber des 1. FC Neubrandenburg 04 gegen den FC Augsburg erwies sich Schlussmann Leander Zobler zweimal als Unglücksrabe und begünstigte mit eigene Fehlern die Augsburger Führung. Justus Liebich ließ die Hausherren mit seinem Anschlusstreffer noch einmal hoffen. Die Truppe von Trainer Daniel Nawotke kämpfte wie die Löwen um den Ausgleich, doch die Zeit rannte ihnen davon. 

Doch viel Zeit zum Trauern blieb dem Publikum nicht, ein MV-Derby elektrisierte das gut gefüllte Jahnsportforum. Richard Bauer brachte den FC Hansa erwartungsgemäß in Führung, aber dann zeigte der Neustrelitzer Nachwuchs Charakter und Einsatz. Heinrich Hünemörder stocherte den Ball ins Rostocker Tor und sorgte bei der traditionell großen mitgereisten TSG-Fanfraktion für frenetischen Jubel. Er hätte fast noch einmal nachgelegt, aber Hansa übernahm nun immer mehr die Hoheit auf dem Parkett. Tim Glasow und Mahdi Mohammadi ließen es auf der Gegenseite klingeln. Die TSG-Jungs kämpften, aber ein Treffer gelang ihnen nicht mehr.

Wie schnelles Umschaltspiel geht, zeigte Leverkusens Arda Süne den Braunschweigern. Ball abfangen, abziehen -Tor. Dass die Bayer-Jungs aber auch schön kombinieren können, demonstrierte Lukas Bludau mit einem weiteren Treffer. Und Enez Yilmaz war für die Kategorie Kracher aus dem Halbfeld zuständig. Braunschweig kam indes nicht wirklich gefährlich in die Hälfte des Werks-Sechsers.

Der agile BVB-Knabe Reber Babir drückte den Leipzigern das 1:0 ins Netz, was die Sachsen zu wütenden Schüssen aus dem Rückraum veranlasste. Doch weder Kapitän Yousef Qashi noch Torwart Silas Prüfrock oder der hochgewachsene Kerim Sarikaya
hatten damit Erfolg. Dortmund tauchte nach der Führung für mehrere Minuten offensiv ab, bis Mats Feckler auf halbrechts schön bedient wurde und den Endstand markierte.

Erst brachte Joshua Kopf mit dem Fuß die Stuttgarter gegen den FC Metz selbst in Führung, dann bediente er nach schönem Durchsetzen auf der linken Außenbahn seinen mitgelaufenen Teamkollegen Benjamin Boakye. Die Zuschauer konnten in diesem Duell zweier technisch beschlagener Teams öfter mit der Zunge schnalzen. Aber mehr Tore fielen letztendlich nicht.

Im High-Noon-Duell zur Mittagszeit zwischen Werder Bremen und Sparta Prag lief es lange auf ein 0:0 hinaus. Aber 1:30 Minuten vor Schluss bescherte Arsen Vitarigov den Gästen aus Tschechien mit einem Abstaubertor doch die ersten Punkte des diesjährigen Turniers.

Und dann durfte der FCN noch mal ran. Elly Böttcher nahm eine Flanke volley und ließ die Halle aufstöhnen, als der Ball übers Tor flog. Die Neubrandenburger um Geburtstagskind Laurenz Muster drückten echt aufs Tempo. Ein Novum beim Knabenturnier: In diesem Spiel trafen mit Elly Böttcher und Hoffenheims Dafina Redzepi zwei Mädchen aufeinander! Und zeigten den Jungs zum Teil, was ’ne Hacke ist. Aber auch wenn der FCN mehr vom Spiel hatte, fiel das einzige Tor gegen den Neubrandenburger Club. Kurz vor Schluss drückte Wout Abrahams eine Hoffenheim-Flanke unglücklich ins eigene Tor.

Jörg Franze