Metz, Dortmund und Leipzig vorneweg
Die TSG Neustrelitz hatte gegen Werder Bremen keine Chance.
Die TSG Neustrelitz hatte gegen Werder Bremen keine Chance.
Peter Krüger

Die Jungs der TSG Neustrelitz mussten in ihrem zweiten Auftritt die zweite Packung hinnehmen. Und das tat richtig weh, denn gleich achtmal klingelte es im Kasten von Paul Reysner. Werder Bremen, im Vorjahr Turniersieger, meldete mit dieser überzeugenden Vorstellung schon mal Ambitionen auf eine Titelverteidigung an. Ballsicher und die TSG-Fehler gnadenlos ausnutzend, spielten sie die kleinen Neustrelitzer an die Wand.

Anschließend kämpften der FC Augsburg und Bayer Leverkusen nach Auftaktniederlagen um Rehabilitation. Beide Truppen lieferten ein munteres Spielchen, das bis zum Schluss spannend blieb. Enez Yilmaz sorgte für die Entscheidung, als der nach schöner Balleroberung von rechts abzog und Augsburgs Nico Eicher im Tor überwand.

Und dann brachte Hallensprecher Struppi die Halle in Schwung und legte die Hansa-Hymne der Puhdys auf. Denn die kleinen Küstenkicker wollten gegen die roten Bullen natürlich ihren Auftakterfolg untermauern. Beide Teams lieferten sich bis zur Hälfte des Spiels ein eher taktisches Duell, bis Kurt Pestel aus zentraler Position und 15 Metern Entfernung abzog und die Leipziger in Front brachte. Als Hansas Max Hauer anschließend aufs RB-Tor zulief, hatten die Zuschauer schon den Torschrei auf den Lippen, aber ein Leipziger spitzelte ihm den Ball weg. Theo Stein mit einem Fernschuss schaffte dann zur Freude des Publikums doch den Ausgleich und läutete die Schlussphase ein. Fünf Sekunden vor dem Abpfiff brach Yousef Qashi aber die Herzen der Hansa-Fans und sorgte für den Leipziger Sieg.

Dido Bachammar, vor zwei Tagen 13 Jahre alt geworden, zeigte beim 1:0 für seinen FC Metz französische Fußballkunst á la Zidane: Gekonnt spitzelte er den Ball am herauslaufenden Braunschweig-Keeper vorbei. Aber die Eintracht, Turnierneuling wie der Gegner aus Frankreich, erholte sich rasch und konnte durch Maxim Root ausgleichen. Antonin Melis wunderbar bedient, sorgte dann für den Sieg des Teams aus Metz. Beide Mannschaften zeigten sich technisch beschlagen und als absolute Bereicherung des Knabenturnier-Feldes.

Luca Erdelkamp und Vincenzo Onofrietti schossen ihre Dortmunder Borussia gegen Sparta Prag zum Sieg. Durchaus harte Arbeit für die Schwarz-Gelben, die Tschechen hielten gut dagegen und hatten ihre Gelegenheiten. Aber die Borussen nutzen ihre Chancen besser. 

Die Partie TSG Hoffenheim gegen den VfB Stuttgart erinnerte dann eher an Schwergewichts-Boxen. Beide Teams ließen wenig zu, so dass Tore Mangelware waren. 20 Sekunden vor Schluss konnte Mike Träger die frühe Führung der Stuttgarter durch Yasin Raouafi noch ausgleichen.

Geburtstagskind Oliver Roelke erwies sich mit Hertha BSC gegen Werder Bremen, die sich im ersten Turnierspiel als Torfabrik präsentiert hatten, als deutlich härtere Nuss. Lange neutralisierten sich beide Mannschaften, kurz vor Schluss sorgte Lukas Michelbrink mit einem schönen Drehschuss für das größte Raunen im Rund. Bis zwei Sekunden vor Schluss Joshua Dudock doch mit dem Tor des Spiels die Bremer als Sieger vom Platz gehen ließ.

Jörg Franze