Hoffenheimer Kicker hoffen auf das richtige Zielwasser
Beim Jubiläumsturnier 2016 konnten die Kraichgauer den Titel holen.
Beim Jubiläumsturnier 2016 konnten die Kraichgauer den Titel holen.
Heiko Brosin

Wenn Paul Tolasz über seine Mannschaft spricht, fällt dem Trainer sofort eine Floskel ein: „Der Star ist das Team.“ Das war Anfang des Jahres 2017 noch anders. Damals war Tom Bischoff nicht nur der Star der Hoffenheimer. Er wurde auch zum besten Techniker des Knabenturniers gewählt. Mittlerweile zieht er seine Kreise bei den U14-Junioren und kommt nicht mit nach Neubrandenburg.

Doch es sticht auch in diesem Jahr ein Spieler hervor. Oder besser gesagt eine Spielerin. Denn mit Dafina Redzepi spielt ein Mädchen bei den U13-Junioren der TSG. Das ist für ein Team wie das der Hoffenheimer schon eine Besonderheit – sollte man meinen. Paul Tolasz ist anderer Meinung. „Sie ist schon seit Jahren dabei, fest im Team integriert. Da gibt es überhaupt keine Probleme“, sagt der 30-Jährige. Sehr wahrscheinlich komme sie mit zum Knabenturnier.

Bei diesem haben die Kraichgauer bislang immer groß aufgespielt. Bei allen fünf Teilnahmen erreichte die Truppe mindestens das Halbfinale. Sogar zwei Turniersiege stehen zu Buche. Das setzt die Hoffenheimer unter Druck. „Wir wollen das natürlich fortsetzen“, gibt der Trainer die Marschroute vor. Ziel sei mindestens das Halbfinale. Paul Tolasz gibt sich äußerst selbstbewusst: „Das schaffen die Jungs auch.“ Schließlich trainiere er einen talentierten Jahrgang.

Der gebürtige Pole kennt sein Team bestens. Schon seit drei Saisons trainiert er seine Spieler. Auch im Verein macht ihm so schnell keiner was vor. Bereits seit zehn Jahren arbeitet er bei der TSG – und das hauptberuflich. Als Koordinator für die U9 bis zur U13 hält er Ausschau nach neuen Spielern, muss mit den Eltern kommunizieren und sich alle Spiele ansehen.

Vor allem über das Kollektiv kommen die Süddeutschen in diesem Jahr in den Nordosten. So ganz ohne Schwächen sieht Paul Tolasz sein Team nicht. „Wir spielen richtig attraktiven Fußball, aber belohnen uns zu selten.“ Heißt: Die Spieler brauchen zu viele Chancen, um Tore zu schießen. „Typisch für Hoffenheim“, meint der Coach. Die Abschlussschwäche ziehe sich durch den gesamten Verein. Bevor es nach Neubrandenburg geht, „sucht die Mannschaft noch nach dem richtigen Zielwasser“.

Von den Spielern und Trainern war noch keiner beim Turnier dabei. Gehört hat Paul Tolasz aber schon einiges: „Die Atmosphäre soll außergewöhnlich sein. Ich habe bislang nur Positives gehört und freue mich endlich live vor Ort zu sein.“ Speziell vorbereiten wird er seine Knirpse auf den Budenzauber am Tollensesee nicht. Aber gerade von den Emotionen sollen sich seine Jungs nicht anstecken lassen. Das wird auch nötig sein, wenn sie erneut das Halbfinale anvisieren.

Fabian Beyer