Rote Bullen planen am Tollensesee ihr großes Comeback
Im Vorjahr gelang den Messestädtern nur ein 14. Turnierplatz.
Im Vorjahr gelang den Messestädtern nur ein 14. Turnierplatz.
Heiko Brosin

Die Roten Bullen haben auf dem Neubrandenburger „Parkett“ einiges gutzumachen. Im letzten Jahr landeten die Leipziger auf dem letzten Platz. Doch für sie kein Grund, auch bei der neuen Auflage des Knabenturnierskleine Brötchen zu backen. Eine Aufholjagd steht auf dem Plan. Trainer Aloscha Shpilevski visiert diesmal immerhin das Finale an.

Die Strategie: ein frisches Team mit erfahrener Unterstützung. Alle jungen Kicker der Mannschaft sind das erste Mal beim Knabenturnier in Neubrandenburg dabei. Ihre Kontrahenten dürften den Auftritt der Neuen mit Schrecken erwarten. In der U13-Tabelle der Talentspielrunde stehen sie mit weitem Punkteabstand auf dem ersten Platz. Auch ein Ergebnis harter Arbeit: Denn das Team trainiert nach eigenen Angaben bis zu sechs Mal in der Woche.

Mit Aloscha Shpilevski steht ihnen ein alter Hase zur Seite. „Für mich ist es die dritte Teilnahme. Die Platzierungen wurden von Mal zu Mal besser, beim letzten Mal haben wir das Halbfinale erreicht“, sagt Aloscha Shpilevski. Das war beim Knabenturnier im Jahr 2015.

Der 29-Jährige arbeitet schon seit fünf Jahren als Trainer bei RB Leipzig. Davor war er beim VfB Stuttgart und dem heutigen Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach. Eine Karriere im Sport stand für ihn schon immer fest. „Da ich aus einer Sportlerfamilie komme – Papa, Ex-Nationalspieler der UdSSR und Opa, Silber- und Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 1964 in Mexiko und 1968 in Tokio im Fechten – gab es bei mir keine großen Alternativen“, erzählt Shpilevski.

Bei der U17-Europameisterschaft in Italien habe er noch selbst auf dem Fußballplatz gestanden. Doch eine Wirbelsäulenverletzung habe seine aktive Karriere im Alter von 19 Jahren beendet.

Die genaue Taktik der Roten Bullen beim Knabenturnier hält der erfahrene Trainer noch geheim. Einige Gegner würden sie schon kennen. Wen genau, lässt er offen. Ausnahmetalente in seiner Mannschaft deutet er nur an.

Doch an einer Sache lässt er keinen Zweifel: „Die Jungs werden sich an das Event noch in zehn Jahren erinnern.“ Auch er freut sich auf das Spektakel: „Allein für dieses Turnier ist man gerne U13-Trainer“, sagt Shpilevski.

Den Verein RB Leipzig gibt es erst seit acht Jahren. Doch er kann bereits auf eine steile Erfolgskurve zurückblicken. Gegründet vom Getränkehersteller Red Bull stieg der Verein fast in jedem Jahr auf. Seit 2016 spielt er in der Bundesliga. Ob dem Verein auch auf dem diesjährigen Knabenturnier so ein blitzschneller Erfolg von Null auf Hundert gelingt, bleibt indes abzuwarten.

Robin Peters